Henrys Tipps & Tricks
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Bis auf einige Ausnahmen (bei manchen Hamsterarten) möchten Meerschweinchen, Kaninchen, Chinchillas, Ratten, Mäuse und Co immer mit mindestens einem Artgenossen zusammen leben. Dabei möchten sich weder Ratte und Maus noch Kaninchen und Meerschweinchen eine Wohnung teilen, trotz Ähnlichkeiten sind es grundverschiedene Tiere. Wir Menschen leben ja (meistens) auch nicht mit Affen zusammen. Kaninchen können mitunter sogar gefährlich für Meerschweinchen werden, da diese sich nicht gut genug wehren können gegen ihre hoppelnden Gefährten. Daher sollte man prinzipiell von solch einer Haltung absehen. Vergesellschaftet man unterschiedliche Nagerarten, kann es zu gefährlichen Kämpfen kommen. Nichts ist besser für das Tier, als ein Freund der gleichen Art. Einzelhaltung ist Tierquälerei. Egal wieviel Zeit der Mensch in seine Nager investiert, es ist nie genug um einen Partner zu ersetzen. Mindestens zu zweit sollten die Tiere sein, sie verursachen nicht größere Kosten und mehr Dreck als ein Einzeltier. Auch wenn es so aussieht, als ob dem Einzeltier nichts fehlt, merkt man einen deutlichen Verhaltensunterschied, wenn ein artgerechter Partner hinzu kommt. Haltung Die Haltung von Nagetieren gilt als einfach und platzsparend. Ebenso ein Irrtum. Die Bedürfnisse der Kleintiere sind zwar nicht so groß, aber auch sie möchten nicht in einen engen Käfig eingesperrt werden und dort keinerlei Unterhaltung genießen. Natürlich ist es schwer, für ein Nagetier aus seinem kleinen Käfig auszubrechen, und verständigen kann es sich auch nicht. Daher einige Grundprinzipien zum Wohnort unserer kleinen Freunde. 1. Plastik sollte Tabu sein Besonders Hamster- und Mäusekäfige sind vollgestopft mit dem ganzen Plastikzeug, welches angeknabbert wird und damit den Tieren schadet. Mittlerweile gibt es wunderbare Alternativen aus Holz für Nager jeder Größe, die auch noch schön aussehen im Gehege. Nebenbei sei noch zu erwähnen, dass Hamsterkugeln eine Tierquälerei und ebenso tierschutwidrig sind. Nagetiere nagen immer und überall, daher muss genug Holz angeboten werden. Dies gibts in Form von Häuschen, Weidebrücken oder Unterständen. Können sie nicht nagen, verursacht das irgendwann Zahnprobleme. 2. Das Gehege sollte so groß wie möglich sein Informiert Euch bitte in Foren oder auf verschiedenen Nagerseiten über die benötigte Mindestgröße eines Geheges. Wenn Ihr verschiedene Zahlen lest, dann nimmt immer die größeren Maße für Euer Gehege. Zu beachten sind auch die natürlichen Verhaltensweisen der Tiere: Hamster und Mäuse brauchen viele tunnelartige Spielmöglichkeiten. Meerschweinchen klettern nicht gerne, sie brauche eine große Grundfläche. Chinchillas und Ratten profitieren von Nagervolieren, wo sie über mehrere Etagen klettern können. Kaninchen hoppeln viel, da sollte der Käfig nur als Schlafstätte dienen und ein Raum bzw. besser ein Garten für den Tagesauslauf angeboten werden. Die meisten im Zoohandel angepriesenen Käfige für größere Nagetiere sind zu klein. Im Internet findet man schon eher größere Gehege, auch Eigenbauten, mit ein bisschen Geschick kann man aus Schränken und dergleichen selbst Gehege bauen. Dazu findet man viele Tipps und Tricks in Foren. 3. Auslauf Selbst wenn das Gehege groß ist, sollten die Tiere öfters Auslauf kriegen. Alle Gefahren wie Steckdosen, Kabel, Putzmittel, offene Türen müssen vorher beseitigt werden. Einige Nagetiere neigen zu besonderer Zerstörungswut, immerhin sind es Nagetiere, da darf man nicht um den geliebten Schrank weinen! Der Auslauf sollte stets variiert werden, damit das Tier immer etwas neues Entdecken kann. 4. Abwechslung Manche Tiere mögen es, andere nicht. Unsere Mäuse freuen sich immer über eine neue Einrichtung, während die Meerschweinchen einen neuen Einrichtungsgegenstand erst kritisch beäugen. Aber mit der Zeit lernt man als Tierhalter, was gemocht wird, und was nicht. Ausprobieren kann man immer. Manchmal mögen die Tiere nur den neuen Geruch nicht, erfreuen sich dann aber nach einer Eingewöhnungsphase an dem neuen Spielzeug. 5. Aktivitätsphasen Meerschweinchen und Kaninchen sind eher tagsüber aktiv, besonders dann, wenn Herrchen und Frauchen zur Fütterung bereit stehen könnten. Andere Tiere wie Goldhamster, Mäuse oder Chinchillas werden erst in den Abendstunden wach. Dies sollte man vor allem bedenken, wenn sich auch Kinder an den Tieren erfreuen sollen. Andersherum möchte die Tiere sich auch in ihrer Ruhezeit entspannen können. Lernt euer Tier vor dem Kauf kennen! Besonders bei Meerschweinchen halten sich noch viele Gerüchte, dass diese so gerne kuscheln und sich streicheln lassen. Beobachtet man sie länger, merkt man schnell, dass sie immer getrennt schlafen und nur in Angstsituationen sich aneinander kuscheln. Meerschweinchen lassen alles über sich ergehen, auch Streicheleinheiten. Aber sie genießen das meistens nicht. Nagetiere sind meistens Beobachtungstiere. Sie interagieren zwar mehr oder weniger mit dem Menschen, aber sind doch weniger nähebedürftig als zum Beispiel Hunde. Daher vor dem Kauf informieren. Alle Fragen, die man hat, kann man in zahlreichen Tierforen stellen, niemand wird ausgeschimpft, wenn er sich vorher informiert. Tipps zu Haltung, Ernährung (sehr wichtig, da das handelsübliche Futter aus Zooläden öfters schädlich sein kann) und Verhalten findet man heutzutage zum Glück nicht nur in Büchern. Tut den Notfalltierchen etwas Gutes! Erst im Tierheim oder in Notstationen vorbeischauen. Dort warten genug Tiere, auf ein schönes Zuhause. Seriöse Adressen findet man ebenso in Foren oder auf Internetseiten. Einfach Meerschweinchen Nothilfe, Notstation oder dergleichen in die Suche eingeben. Es gibt auch Babys in Notstationen! Allerdings sollte man sich überlegen, ob man nicht auch einem älteren Tier eine Chance geben will. Denn jeder Nager hat ein schönes Zuhause verdient :) Viel Spaß mit Euren Nagern! Fassen wir zusammen: am wichtigsten ist es, sich in Foren und auf Internetseiten mit anderen Nagerhaltern auszutauschen. So lernt man am besten dazu. Die meisten Fehler machen wir aus Tierliebe (Meerschweinchen knuddeln, Leckerlis kaufen, usw.), und nur im Austausch mit anderen Haltern und jahrelanger Erfahrung kann man lernen, diese zu beheben. Das ist zum Glück nicht allzu schwer und aufwendig. Die Mühe kann man sich machen, da man dann umso mehr Freude an der Nagerhaltung hat! (Copyright Marta von Henry Animals 2009)
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